Montag, 26. Juli 2010

Schwarzweißbilder am PC entwickeln

Schwarzweißbilder am PC entwickeln
Digitale Farbfotos in Schwarzweißbilder umzusetzen ist im einfachsten Fall bereits in der Digitalkamera möglich, führt dann aber eher zu „farblosen“ Ergebnissen, die meist jene Knackigkeit vermissen lassen, die auch heute noch bei SW-Fotos begeistern können.

Auch fast jede Bildbearbeitungssoftware kann diese Einfachumsetzung per Farbentsättigung nachträglich durchführen, mit dem gleichen unbefriedigenden Ergebnis. Bessere Software bietet unterschiedlich komfortable Wege zu Entwicklung und Feintuning anspruchsvollerer Schwarzweißbilder.

Viele Programme bieten für diese Aufgabe den Kanalmixer an, am Beispiel von ACDSee Pro 3 zeige ich die Schritte der prinzipiellen Vorgehensweise dabei.

Ausgangsmaterial sollte immer ein geeignetes Farbfoto sein, welches aufgrund seiner Struktur das Potential für ein hochwertiges Schwarzweißbild aufweist. Keinesfalls sollte man dem oft gegebenen Rat folgen, aus misslungenen Farbbildern „wenigstens noch ein passables SW“ zu machen. Für das Beispiel an dieser Stelle habe ich einen Baumstumpf gewählt, dessen ausdrucksvoll genarbte Rindenstruktur in SW interessant sein müsste.

Das Farbfoto habe ich zunächst in ACDSee Pro 3 im Verarbeiten-Modus unter „Entwickeln“ aus einem RAW erzeugt, indem ich i.W. etwas Schatten und Lichter aus dem kontrastreichen Ursprungsbild zurück geholt habe.

Kanalmixer
Dann schalte ich dort um in das Register „Bearbeiten“ um zu den Funktionalitäten des Kanalmixers zu gelangen. Man findet ihn hier unter dem Vorgang „In Schwarzweiß konvertieren“.

In diesem Dialog kann im einfachsten Fall die Voreinstellung „Leuchtkraft“ gewählt werden, welche das oben beschriebene Standardergebnis liefert. Gleichzeitig zeigen die Regler für die Kanäle „Prozent Rot“, Prozent Grün“ und „Prozent Blau“ die Anteile der Farben am Bild, welche dem natürlichen menschlichen Sehen entsprechen sollen. Natürlich mag das wohl sein, jedoch oft nicht unbedingt ansprechend in meinem Sinn.

Dazu gehört aus meiner Sicht die Bildgestaltung durch Manipulation der Farbanteile in andere Verhältnisse zueinander, wodurch Details und Strukturen herausgearbeitet werden können, die so sonst nicht wahrnehmbar wären.

Was damit möglich ist muss man einfach einmal an verschiedenen Fotos ausprobieren, indem man die Regler der drei Farben unterschiedlich öffnet und schließt. Je nach Farbverteilung der Bildinhalte wird man feststellen, dass von jedem Farbregler andere Bilddetails in SW mehr durchgezeichnet oder abgeflacht werden.

Voreinstellungen
Für mich habe ich in ACDSee mehrere Voreinstellungen gespeichert, die in der Summe der Einzelfarbeinstellungen immer 100% ergeben, dabei jedoch jeweils die Farbe Rot, Grün oder Blau mit 80% dominieren lassen. Damit lässt sich schnell mal eben die Bildwirkung aller Varianten durchscrollen und einschätzen. Bei der konkreten Bearbeitung sollte man jedoch zusätzlich die Histogrammdarstellung einschalten, um die Aussteuerung der Farbkanäle optimal justieren zu können.

Mit Mischung und Opazität wieder zur Farbe
Nachdem durch die vorgenommenen Einstellungen ein Schwarzweißbild in der gewünschten Ausgestaltung entstanden ist, kann mit der Auswahl der „Mischung“ (Originalfarbbild zu Schwarzweißbild) und dem Regler der Opazität (Lichtdurchlässigkeit) durch dosierte Zugabe des Farbbildes eine Vielzahl interessanter Bildwirkungen herausgearbeitet werden. Die Resultate können durchaus wieder Farbbilder sein, jedoch oft mit wesentlich veränderter, intensiverer Bildwirkung.


Kommentare:

  1. Ich habe mal auf die "schnelle" ein paar Fotos nach dem Muster bearbeitet, klappt sehr gut. Das Problem scheint mir in der Auswahl der Fotos zu liegen. Danke für den Tip
    albe

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  2. Ja das sehe ich auch so. Das gewählte Bild sollte nicht beliebig sein, sondern muss sich aufgrund seiner Motive für das Herausarbeiten von Strukturen eignen.

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